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02

Sep

2009

September 2009 - Oder die Chronologie einer Trainerentlassung

Hertha bekommt eine Klatscha nach der anderen! Die Presse zerreißt den Trainer! Kommentar 18 ist ein Trainerprofil im Jobangebot!!!

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18 Kommentare

  • #1

    Jörg (Mittwoch, 02 September 2009 08:23)

    Fehlstart komplett, aber nur drei Punkte bis zum sechsten Platz

    Es war zu befürchten, aber gehofft hat man dennoch. leider umsonst, aber dennoch bleibt man optimistisch! Was ist das für ein verwirrter Satz? Drei Stützen, drei Leistungsträger weg. Simunic nach Hoffenheim, Voronin nach Liverpool und Pantelic wohl zu Ajax Amsterdam. Was soll aus dieser Truppe werden? Der Saisonstart zeigte es. Mühsam schlug man Hannover 96, mit unvermögen verlor man die nachfolgenden drei Spiele. Das was Hertha stark machte, aus keiner Chance ein Tor, klappte nicht mehr. Chancen reihenweise verballert. Spielerisch sieht es gar nicht mal so schlecht aus, zumindest hätte es gegen Gladbach und Bochum gereicht, jedoch dieChancenverwertung war miserabel. Gegen Bremen hielt man auch mit, erarbeitete sich sogar leicht Vorteile, aber die Cleverness der Werderaner war ausschlaggebend für die Niederlage. Zumindest hat man sich für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert. Dies spült garantiertes Geld rein, was umgehend in Spieler investiert werden muß. das weiß auch Michi Preetz. Heute ist Deadline und wir sind mal gespannt wer das Stürmerproblem lösen soll. Eines kann man jetzt schon sagen, obwohl ich hoffe, das ich mich irre: Arthur ist es nicht!

    Verloren, nach diesem Fehlstart ist auch noch nichts, denn die Frankfurter, auf Rang sechs stehend sind nur lächerliche drei Punkte weg.

  • #2

    Berliner Kurier (Montag, 14 September 2009 08:43)

    Hertha klasse, außer im Fußball

    Von Andreas Lorenz

    Also ehrlich, ich verstehe die Panik rund um Hertha nicht. 1:2 in Mainz zu verlieren, das schaffen nur ganz große Vereine. Siehe Bayern München vor drei Wochen. Außerdem: Sollen sich doch Leverkusen und Hamburg über ihre Spitzenplätze freuen. Haben die etwa einen Amateurbox-Weltmeister wie Jack Culcay-Keth, den Hertha-Kämpfer, der gestern pünktlich zur Anpfiffzeit der Bundesliga-Spiele in Mailand Gold holte? Hammse nicht! Hat keiner! Was beweist, dass Hertha der geilste Klub auf diesem Globus ist. Außer beim Fußball.

    Ich begleite Hertha schon viel zu lange, 22 Jahre inzwischen, um nach nur vier Punkten aus fünf Partien in Abstiegsangst zu verfallen. So schlimm wird es schon nicht werden. Aber diese Einschätzung ist schlimm genug. Noch einmal in Zeitlupe. Wir reden über Hertha BSC. Da ist es völlig logisch, dass alle Euphorie, alle Begeisterung und aller Kredit sofort wieder weggeworfen wird. Andere Vereine haben ein Sieger-Gen, Hertha hat die Lizenz zum Enttäuschen. Seit 1931. Jedem Aufschwung folgt ein genauso sensationeller Absturz. Donnerstag kommt Ventspils ins Olympiastadion. Wird das ein Fußball-Fest! Wir fordern: Freier Eintritt für Masochisten!

  • #3

    Süddeutsche Zeitung (Montag, 14 September 2009 09:02)

    Schwere Zeiten für Hertha BSC - Favre unter Druck

    Mainz (dpa) - So schlecht stand es um die «alte Dame» Hertha seit fünf Jahren nicht mehr. Mit der vierten Niederlage in Serie sowie nur drei Punkten aus fünf Spielen rutschten die Berliner nach dem 1:2 (0:0) beim FSV Mainz 05 in der Bundesliga auf Platz 17..

    «Die Moral ist nicht gut in der Mannschaft», erkannte Trainer Lucien Favre, den die deprimierende Negativserie nach Rang vier in der letzten Saison gehörig unter Druck setzt. Doch aufgeben ist nicht die Sache des Schweizers und deshalb geht der Blick nach vorn. «Wir müssen die Fehler analysieren und uns dann auf den Start in der Europa League am Donnerstag gegen FK Ventspils sowie das Heimspiel gegen Freiburg konzentrieren», sagte Favre.
    Zuversicht hört sich anders an. Der Hertha der Saison 2009/10 fehlt die Portion Cleverness, mit der in der Vorsaison knappe Ergebnisse über die Zeit gebracht wurden. Das Fehlen von Kapitän Arne Friedrich und des bisher besten Torschützen Gojko Kacar in Mainz reicht als Erklärung dafür nicht. «Wenn man 1:0 führt, dann muss man cleverer sein. Da kann man nicht verlieren. Wir hatten alles in der Hand», lamentierte Pal Dardai. Den Mainzern reichten fünf Minuten, um den Rückstand nach einem Treffer von Maximilian Nicu (50. Minute) durch den Foulelfmeter von Andreas Ivanschitz (80.) und das dritte Saisontor von Aristide Bancé (85.) zu drehen.

    Favre meinte, sein Team habe über weite Strecken eine gute Partie gezeigt. Attraktiv war das Auftreten aber nicht und wurde deshalb mit Pfiffen bedacht. Oft hatten die Berliner die Ballkontrolle, Chancen aber erspielte sich das Hauptstadtteam keine. Artur Wichniarek wirkt wie ein Fremdkörper, auch Kacar-Ersatz Lukas Piszczek blieb vieles schuldig. Der Schweizer Coach wird sich sehnlich wünschen, dass der kolumbianische Neuzugang Adrian Ramos der Knaller ist, der die Abgänge von Andrej Woronin und Marko Pantelic kompensiert. In den acht Debüt-Minuten in Mainz riss Ramos, der noch nicht mit der Mannschaft trainiert hat, allerdings keine Bäume aus.

    Zudem muss Hertha etwa acht Wochen auf Neuzugang Florian Kringe verzichten. Der erst Ende August von Borussia Dortmund auf Leihbasis zum Berliner Bundesligisten gewechselte Mittelfeldspieler debütierte bei Herthas 1:2 in Mainz nur 13 Minuten. Dann humpelte Kringe verletzt vom Platz. Eine Untersuchung in Berlin ergab die Diagnose Mittelfußbruch. «Ich war so froh, endlich wieder spielen zu dürfen und jetzt das. Ich bin unglaublich traurig», erklärte Kringe.

    Die Mainzer feierten dagegen wieder Karneval. Acht Punkte - sieben davon am Bruchweg - aus fünf Spielen sind mehr, als Fachleute dem Aufsteiger zugetraut hatten. Vater des Erfolgs war wieder einmal Trainer-Novize Thomas Tuchel. Er zauberte nach Andre Schürrle in Adriano Grimaldi erneut einen Rohdiamanten aus dem Hut, der dem FSV in seinen ersten 20 Bundesliga-Minuten ganz unbekümmert den nötigen Schwung zum Sieg gab. «Er hat in der U 23 gut gespielt und auch im Training überzeugt», begründete Tuchel die überraschende Einwechslung des erst 18-Jährigen, der im letzten Jahr noch in der fünften Liga für Sachsen Leipzig kickte.

  • #4

    Jörg (Freitag, 18 September 2009 07:40)

    Noch sind 15 Punkte zu vergeben, in der Europaliga, also noch ist nichts verloren. Na gut, etwas ansehen, den das was die Berliner gestern boten war eine Frechheit. Keine Spiel ohne Ball, keine Laufwege, nur Flanken aus dem Halbfeld, was machen die eigentlich im Training? Die ausrede von verletzten gelten nicht, alle gehören zum Kader und das Ziel eines jeden muß sein, spielen zu dürfen. Wenn man denkt, es geht nicht schlimmer, dann......! Wie schon gesagt, noch sind 15 Punkte zu vergeben.

  • #5

    Bild Zeitung (Montag, 21 September 2009 08:09)

    Von ROBERTO LAMPRECHT, THOMAS WIEHLE und NAHNE INGWERSEN
    Einen solchen Absturz hat der deutsche Fußball lange nicht erlebt. Vor sechs Monaten spielte Hertha BSC Berlin noch um die Meisterschaft, war viermal in Folge Tabellenführer, verpasste am letzten Spieltag die Champions League.

    Seit Sonntag ist Hertha BSC die Schande der deutschen Hauptstadt! 0:4 von Aufsteiger Freiburg aus dem Olympiastadion gejagt. Letzter der Bundesliga! Auf der Tribüne schlug Trainer-Ehefrau Chantal entsetzt die
    Hände vors Gesicht.

    Was sagt der Versager-Trainer des Versager-Klubs?

    Lucien Favre wirkte im Sky-Interview angeschlagen: „Ich denke wir sind nicht mehr bereit zu kämpfen und zu verteidigen. Beweist die 1:0, die 2:0.“
    Frage: Woran hat es gelegen?

    Favre stammelt: „Das sind viele Sachen, vielleicht. Aber das klar, das geht nicht so.“

    Frage: Haben Sie denn überhaupt noch Lust?

    Favre: „Ja, sicher! Sicher, das ist eine enorme Herausforderung.“

    Die Freiburger Ivica Banovic (5./68.), Cedrick Makiadi (12.) und Mohamadou Idrissou (42.) führten Hertha mit lässig rausgespielten Toren vor. Einfach so!

    Die Ursachen der Hauptstadt-Schande Hertha.

    •Der Managersturz:

    Dieter Hoeneß wurde im Juni nach zwölf Jahren gestürzt. Man lastete ihm zuviel Selbstdarstellung an. Nachfolger Michael Preetz tritt bescheidener auf, ihm fehlt aber offensichtlich die Autorität – nach innen und außen.

    •Substanzverlust:

    Favre schob Torjäger und Publikumsliebling Marko Pantelic (zu Ajax Amsterdam) ab. 4 Mio Euro Ablöse für den von Liverpool ausgeliehenen Andrej Woronin konnte Hertha nicht bezahlen. Abwehrchef Joe Simunic zog kurz vor Saisonbeginn seine Ausstiegsoption, geht zu Hoffenheim.

    •Fehleinkäufe:

    Rasmus Bengtsson (Trolleburg) und Nemanja Pejcinovic (FK Rad Belgrad) passen nicht in die Mannschaft. Außerdem holt Favre ausgerechnet Artur Wichniarek aus Bielefeld zurück, der in Berlin schon einmal gescheitert war.

    •Pech:

    Neuzugang Florian Kringe bricht sich beim seinem ersten Hertha-Einsatz nach nur 9 Minuten den Fuß. Torwart Jaroslaw Drobny zieht sich einen Muskelfaserriss zu.
    Präsident Werner Gegenbauer telefoniert während des Spiels pausenlos. Sucht er schon einen Nachfolger? Hertha soll Kontakt mit Jürgen Röber (von 1997 – 2002 bei Hertha, jetzt bei Türkei-Zwangsabsteiger Ankaraspor) aufgenommen haben.

  • #6

    BZ (Montag, 21 September 2009 08:12)

    Mega-Blamage
    0:4 - Hertha spielt gegen Lucien Favre!
    Von Carsten Priefer
    Gegen Freiburg leistete Hertha einen spielerischen Offenbarungseid. Die Vereinsführung wirkt hilflos.
    So kann es nicht mehr weitergehen!

    Die Hertha-Krise wird immer schlimmer. Aufsteiger Freiburg zerlegt die Mannschaft von Trainer Lucien Favre im Olympiastadion in ihre Einzelteile. 0:4, in Worten: null zu vier! 38.176 pfeifen sich die Seele aus dem Leib.

    Ihre Wut richtet sich gegen eine charakterlose Truppe und einen Trainer, der offenbar die Kontrolle über seine Spieler verloren hat.

    Hertha nur noch ein Scherbenhaufen! Schlimmer geht es wirklich nicht. Unter der Woche versprachen die Profis einen harten Kampf gegen Freiburg. Sie wollten rennen, beißen und zeigen, dass sie es verdient haben, in der Bundesliga für Hertha BSC zu spielen. Am Sonntag leisteten elf Einzelspieler auf dem Platz einen Offenbarungseid.

    Hertha ist keine Mannschaft mehr. Die Leistung gegen Freiburg wirkte sogar schon wie ein deutliches Signal gegen den Trainer!

    Präsident Werner Gegenbauer äußerte sich unter der Woche nicht zu den Spielen in Mainz (1:2) und gegen Ventspils (1:1). Manager Preetz stärkte seinem Trainer dafür demonstrativ den Rücken und erklärte, dass der Verein so früh in der Saison nicht in Panik verfallen würde.

    Wer jetzt jedoch keine Angst um diesen Klub verspürt, dem muss man Ignoranz und eine Verkennung der Tatsachen vorwerfen.

    Tabellenletzter! Niederlagen gegen die Abstiegskandidaten Freiburg, Mainz, Mönchengladbach und Bochum. Gegen wen will Hertha denn eigentlich noch gewinnen?

    Die Fakten sprechen eindeutig gegen Favre, Preetz und Gegenbauer.

    Die Euphorie ist der Angst vor dem Totalschaden gewichen. Die Neuzugänge sind bestenfalls Ergänzungsspieler. Die Verpflichtung von Artur Wichniarek entpuppt sich immer mehr als größter Fehler der Vereinsgeschichte. Gegen Freiburg blieb der harmlose Stürmer in seinem achten Pflichtspiel ohne Treffer.

    Die Abwehr ist nach dem nicht kompensierten Abgang von Josip Simunic ein Hühnerhaufen.

    Beim 0:1 setzt sich Idrissou problemlos auf der linken Seite durch. Bengtsson hebt den Arm und spekuliert auf abseits. Kapitän Friedrich bleibt einfach stehen. Banovic trifft zum 0:1 (5.)

    Die Diskussionen um das Abseits-Tor zum 0:2 durch Makiadi (12.) darf sich Hertha verkneifen. Denn es wird von Minute zu Minute schlimmer. Idrissou verwertet einen Abschlag (!) von Pouplin zum 0:3. Banovic macht in der 68 Minute sogar das 0:4. Bei allen Toren steht Sascha Burchert machtlos im Tor und erlebt das traurigste Bundesliga-Debüt aller Zeiten.

    Favre ringt nach der Partie verzweifelt nach Worten. Ratlos. Fassungslos. Wie ein Mann, der seinen Untergang kommen sieht. Manager Preetz: „Du hast keine Argumente, wenn du nach sechs Spieltagen drei Punkte hast. Wir werden die Situation jetzt analysieren. Es gibt ein psychologisches Problem bei den Spielern.“

    Hertha spielt gegen Favre! Noch stärken Gegenbauer und Preetz ihrem Trainer den Rücken. Die Frage ist nur: Wie lange gucken sich die Bosse DAS noch an?

  • #7

    Berliner Kurier (Montag, 21 September 2009 08:37)

    Noch nicht ganz abgestiegen ...
    Von Andreas Lorenz

    Achtung! Achtung! Eine wichtige Durchsage! Rein rechnerisch ist der Klassenerhalt für Hertha BSC immer noch möglich! Wirklich! Wir haben es nachgerechnet! Hertha ist noch nicht abgestiegen! Und doch herrscht Untergangsstimmung in unserer Stadt. Kaum ein Fan will die Notwendigkeit verstehen, wegen der Hertha auf Pantelic (zu teuer), Voronin (viel zu teuer) und Simunic (zum Glück sieben Millionen Euro Ablöse teuer) verzichten musste. Jetzt wird aller Frust und alle Schuld abgeladen auf Trainer Favre, der den Billigkurs als Vereinssoldat mitträgt, auf Manager Preetz, der wegen alter Schulden und neuer Wirtschaftskrise keine Millionenstars einkaufen kann, und auf Präsident Gegenbauer, der Hertha bereits durch eine Not-Sanierung geführt hat und weiß, dass es eine zweite nicht geben wird. Das ist die Wahrheit über Hertha. In unserer Stadt gibt es keine fußball-verrückten Multi-Milliardäre. Leider auch keine garantierten 70 000er-Kulissen. Wir haben – mal gut und mal schlecht – genau die Bundesliga-Mannschaft, die Berlin sich leisten kann. Und weil das so ist, sollten wir Hertha BSC helfen! Gerade jetzt!

  • #8

    Berliner Morgenpost (Montag, 21 September 2009 08:39)

    Michael Preetz drückte das Kreuz durch und sagte: „Um das klar zu stellen: Lucien Favre ist seit zwei Jahren in Berlin. Er hat phantastische Arbeit geleistet. Er ist auch für die aktuelle Situation der richtige Trainer.“ Nach dem sechsten Bundesliga-Spieltag wollen die Verantwortlichen bei Hertha BSC eine Diskussion um Lucien Favre unterbinden.
    Doch die Situation ist ernst. Der Hauptstadt-Klub befindet sich im freien Fall. Gegen den SC Freiburg unterlagen die Berliner nach desolater Leistung mit 0:4 (0:3). Nach der fünften Niederlage in Folge ist der Vorjahres-Vierte nun Tabellenletzter. So schlecht stand Hertha seit Frühjahr 2004 nicht mehr. Beängstigend sind nicht nur die nackten Zahlen. Beängstigend ist, wie widerstandslos sich die Mannschaft in das Desaster fügte. Spätestens nach diesem Abend ist klar: Für Hertha geht es in dieser Saison nur ums Überleben. Und: In dieser Verfassung hat die Mannschaft keine Chance auf den Klassenerhalt.
    Bei den Spielern herrschte Fassungslosigkeit. „Das war das frustrierendste Spiel meiner Karriere. Ich muss mich für meine Leistung und die der Mannschaft bei den Fans entschuldigen. Das war indiskutabel“, sagte Kapitän Arne Friedrich. Artur Wichniarek sagte: „Wenn du Letzter bist, steckst du im Abstiegskampf.“
    Das Drama begann damit, dass die Hertha-Defensive den neuen Kollegen gnadenlos im Stich ließ. Nach sechs Minuten stand Sascha Burchert (20) in seinem ersten Bundesligaspiel allein gegen den Freiburger Ivica Banovic. Rechts vom Hertha-Schlussmann schlug es ein, 0:1. Die Innenverteidiger Friedrich und Rasmus Bengtsson hatten sich von Mohamadou Idrissou überlaufen lassen, der den freistehenden Banovic bediente. Erneut sechs Minuten später stand Burchert allein gegen Cedric Makiadi, der Freiburger versenkte den Ball im langen Eck, 0:2 (12.). Kurz vor der Pause hatte der Debütant die Nase voll. Mit aufgebrachten Handbewegungen beschwerte sich Burchert bei den Vorderleuten. Diesmal hatten Friedrich und Bengtsson, die wie mit Bleigewichten in den Beinen liefen, den leichtfüßigen Idrissou enteilen lassen. Der schloss hoch in den Winkel ab, 0:3 (43.). Stammtorwart Jaroslav Drobny saß wegen eines Faserrisses im Oberschenkel mit versteinerter Miene auf der Tribüne.
    Die Gastgeber präsentierten sich gegen den Aufsteiger ohne Selbstbewusstsein. Einfachste Mittel wie Pässe auf die Stürmer reichten den Gästen, um die Hertha-Abwehr in Verlegenheit zu stürzen. Auch die Maßnahmen zur Pause änderten nichts. Die schwachen Marc Stein und Maximilian Nicu blieben in der Kabine. Aber weder Cesar noch Lukasz Piszczek sorgten für Schwung. Wichniarek wurde bei seiner Auswechslung gegen Adrian Ramos mit Pfiffen verabschiedet (63.). Der Pole spielte schwach. Seine einzige Chance war ein Kopfball, den er links neben das Freiburger Tor setzte (50.).
    Erstaunlich waren die 38176 Zuschauer. Ungeachtet der frühen Gegentore trieben die Fans in der Ostkurve die Mannschaft durchgehend an. Keine „Favre raus“-Sprechchöre, kein anhaltendes Pfeifkonzert für die anhaltend schwache Vorstellung ihrer Mannschaft. Die zeigte, dass es immer noch schlechter als erwartet ging. Wieder einmal Friedrich vermochte Banovic nicht zu folgen. Der Kroate schloss im kurzen Eck ab, 0:4, nun war es ein Debakel (67.).
    Burchert war von seinem Bundesliga-Einstand frustriert: „Ich höre noch die Fans singen und habe schon das erste Gegentor drin. Das nächste Mal habe ich den Ball nach dem 0:2 in der Hand. Ich hätte auch einen halten können. Wir haben als Mannschaft versagt.“ Manager Preetz sagte: „Die Jungs haben Sascha im Stich gelassen.“ Die Frage, ob Hertha sich nun nach einem vereinslosen Torwart wie etwa Stefan Wessels bemühe, ließ Preetz ausdrücklich offen. „Wir werden uns morgen mit dieser Frage befassen.“
    Als Trainer Favre eine dreiviertel Stunde nach dem Abpfiff zur Pressekonferenz erschien, war er blass. Der Schweizer, seit Juni 2007 im Amt, sagte: „Das war eine sehr große Enttäuschung. Wir haben die Basis vergessen: zu wenig gelaufen, zu wenig gekämpft, die Verteidigung vergessen. Wir sind alle schuld, auch ich.“ Wie will Hertha sich aus dem Abwärtsstrudel befreien? Favre: „Wir werden viel mehr arbeiten, nur so kommen wir aus dieser Situation heraus.“
    Manager Preetz drohte mit Konsequenzen. „Wir werden diese Vorstellung nicht einfach so hinnehmen. Wir nehmen alle in die Pflicht, vor allem die Erfahrenen.“ In der Tat präsentierten sich Kapitän Friedrich oder Routinier Pal Dardai in einer erschreckenden Verfassung. Derzeit passt bei Hertha kein Puzzlestein zum nächsten. Besserung muss aber rasch eintreten. Hertha spielt am Mittwoch im DFB-Pokal bei 1860 München, kommenden Sonntag geht es nach Hoffenheim.

  • #9

    Kicker (Montag, 21 September 2009 09:28)

    Hertha: Schlechtester Start seit 1997/98

    Wie lange darf Favre weiterwursteln?
    Was für ein Debakel! 0:4 gegen Freiburg - Hertha steht am Abgrund! Und die Frage ist: Kriegt Lucien Favre (51, Vertrag bis 2011) die Kurve? Nach dem Abpfiff wirkte der Coach fast sprachlos. Sein Fazit: "Wir sind nicht mehr bereit zu kämpfen und zu verteidigen. So kann es nicht weitergehen." Einen Rücktritt schloss er aus: "Die Situation ist eine Herausforderung."
    Und Kapitän Friedrich erklärte konsterniert: "Ich entschuldige mich für meine Leistung und die des Teams." Favre, der nach der von ihm forcierten Trennung von Manager Hoeneß im Juni mehr Verantwortung und Gestaltungsspielraum bekam, hat Hertha auf Platz 18 geführt.

    Einkaufspolitik
    "Transfers", lautet Favres Credo, "entscheiden zu 85 Prozent über den Erfolg einer Saison." Stimmt das, sieht es düster aus. Die Annahme, mit Wichniarek Pantelic (zu Ajax) und Voronin (zurück nach Liverpool) ersetzen zu können, war naiv - der Pole ist ein Flop. Mit der Last-Minute-Verpflichtung von Ramos versuchte Favre, seine Fehlplanung zu korrigieren. Allerdings: Den Kolumbianer sahen weder er noch Manager Preetz zuvor live. Janker ist ein Mitläufer, Bengtsson und Pejcinovic patzen zuverlässig. Kringe brach sich beim Debüt den Mittelfuß. Cesar kam kurz vor Transferschluss, war aber seit Juni ohne Verein und hätte viel früher anheuern können. "Er hat Rückstand", sagt Favre. Das hätte sich verhindern lassen. Zudem war die Ausleihe Chermitis - von Favre im April noch als "Herthas Zukunft" gepriesen - nach Saudi-Arabien sportlich nicht nachvollziehbar. Eine Weiterverpflichtung von Pantelic, für die mehrere Führungsspieler waren, kam für den sturen Schweizer dagegen nie in Frage.

    Umgang mit den Stars
    Das desaströse Ende der Vorsaison ging bereits auf Favres Kappe. Er rasierte auf der Zielgeraden Kapitän Friedrich und Voronin - die verspielte Champions-League-Quali war die Quittung. Sein Verhältnis zu Top-Angreifer Pantelic war von Anfang an überaus problematisch. Das zu Friedrich ist bis heute nicht wirklich repariert.

    Kollektives Formtief
    Mit Ausnahme von Kacar und - mit Abstrichen - Ebert laufen alle Stammkräfte ihrer Vorjahresform hinterher. Cicero und Nicu sind die auffälligsten Beispiele, auch Friedrich wackelt. Hertha ist noch ohne Stürmertor.

    Experimentierwut
    Zehn Pflichtspiele (sechs in der Liga, drei im Europacup, eines im DFB-Pokal) - und noch nie lief zweimal in Folge dieselbe Startelf auf. Das hatte mit Verletzungen (Kacar, Raffael, Drobny, Kringe) zu tun, aber auch mit Favres Experimenten. Er wechselt munter durch - in allen Mannschaftsteilen. Eine Stammelf fand sich nicht.

    Außendarstellung
    Favre redet die Gegner oft stärker, als sie sind - seinem Team entzieht er damit Selbstvertrauen. Auch seine Verweise auf Herthas Finanzlage lenken von den Kernproblemen ab. Denn die bisherigen Gegner in Liga und Europacup (Bröndby, Ventspils) zählen nicht zum Finanzadel. Die Konkurrenten, denen Hertha beim Etat hinterherhechelt, kommen erst noch. Auch deshalb sind Präsident Gegenbauer und Preetz jetzt gefordert.

  • #10

    FAZ (Montag, 21 September 2009 09:32)

    Mutlos, planlos, hoffnungslos: Mit der fünften Pleite in Serie und dem schlechtesten Saisonstart seit zwölf Jahren ist Hertha BSC im freien Fall in den Abstiegskampf gestürzt. Die Berliner wurden am Sonntag beim 0:4 (0:3) von Aufsteiger SC Freiburg im eigenen Stadion vorgeführt und sind nach sechs Spieltagen Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga. Der Absturz des Vierten der Vorsaison bringt vor allem Trainer Lucien Favre gewaltig unter Druck. Der Hertha-Coach zog nach der Niederlage ein ernüchterndes Fazit. „So kann es nicht weitergehen. Wir waren nicht bereit zu kämpfen und zu verteidigen. Es ist sehr schwer, über dieses Spiel zu sprechen“, sagte der Schweizer.

    Der überragende Ivica Banovic (6. Minute/67.), Cedrick Makiadi (11.) und Mohamadou Idrissou (42.) schossen die Hertha mit ihren Toren vor 38.176 Zuschauern noch tiefer in die Krise und ihr eigenes Team von den Abstiegsrängen. Zuletzt waren die Hauptstädter 1997 im Jahr der Bundesliga-Rückkehr mit zwei Punkten aus sechs Spielen noch schlechter gestartet. Eine höhere Heimniederlage gab es zuletzt im Mai 2006 (1:5 gegen Bayer Leverkusen).
    Schon vor dem Anstoß musste sich Favre ein gellendes Pfeifkonzert aus der Ostkurve gefallen lassen. Ein Rezept gegen die Talfahrt ließen die Hausherren im sonnigen Olympiastadion aber auch diesmal vermissen. Bei seinem Bundesliga-Debüt musste der junge Sascha Burchert, der für den verletzten Jaroslav Drobny ins Tor der Berliner gerückt war, gleich die ersten beiden Torschüsse der Badener passieren lassen.

    Zunächst setzte sich Idrissou gegen den schlecht postierten Hertha-Kapitän Arne Friedrich durch und legte glänzend für Banovic auf. Fünf Minuten später vollendete Makiadi nach feinem Pass von Banovic. Die Gastgeber, bei denen Mittelfeldmotor Gojko Kacar und Neuzugang Florian Kringe verletzt fehlten, bäumten sich kaum gegen die Niederlage auf.

    Immer wieder entdeckten die Freiburger große Lücken

    Phasenweise erinnerte der Auftritt der Hertha-Profis an Arbeitsverweigerung. Der Offensive um den abermals glücklosen Rückkehrer Artur Wichniarek gelang fast gar nichts, die Abwehr war ein Torso. Immer wieder entdeckten die Freiburger die großen Lücken in der Hertha-Defensive und hätten schon bei den Chancen von Tommy Bechmann (22.) und Pavel Krmas (39.) höher führen können. Als Nemanja Pejcinovic abermals patzte, bedankte sich der quirlige Idrissou per strammen Schuss von der Strafraumgrenze mit dem 3:0.

    Mit der Einwechslung von Lukasz Piszczek und Neuzugang Cesar wurde das Spiel der Hertha nach der Pause zwar etwas besser, doch die Fehlerquote blieb viel zu hoch. Die Gäste hatten weiter wenig Mühe mit den erschreckend schwachen Berlinern und kamen bei einem ihrer vielen feinen Konter zum 4:0, als Banovic frei vor Burchert auftauchte und cool vollendete. „Wir haben super umgesetzt, was der Trainer gesagt hat, haben überhaupt nicht auf Hertha geschaut, sondern nur auf uns“, sagte Banovic nach dem Sprung auf Platz elf. „Meine Mannschaft hat das ordentlich gemacht. Wir haben unsere Chancen genutzt, das bewerte ich positiv“, sagte SCF-Trainer Robin Dutt.




  • #11

    Sport 1 (Dienstag, 22 September 2009 08:20)

    Favre mit seinem Latein am Ende Nach der Pleite der Berliner gegen Freiburg ringt der ratlose Trainer um Worte. Der Job des Schweizers ist offenbar noch sicher.
    Lucien Favre rang verzweifelt nach Worten. Nach dem peinlichen 0:4 (0:3)-Debakel gegen Aufsteiger SC Freiburg wirkte der umstrittene Trainer von Hertha BSC Berlin rat- und hilflos.

    "So kann es nicht weitergehen", sagte der Schweizer nach der fünften Niederlage in Folge und dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz. (DATENCENTER: Tabelle)

    Favre war derart frustriert, dass er seiner Elf ein Armutszeugnis ausstellte: "Ich denke, dass wir nicht mehr bereit sind zu kämpfen und zu verteidigen wie vor einigen Monaten. Wir denken, dass wir nur noch nach vorne spielen können."

    Und nach kurzer Denkpause fuhr der 51-Jährige fort: "Das ist ungenügend. Es ist eine enorme Herausforderung, da rauszukommen."
    Preetz stärkt Favre

    Um seinen Job muss Favre trotz des katastrophalen Fehlstarts mit nur drei Punkten aus sechs Spielen nach offizieller Lesart aber offenbar nicht bangen.
    Manager Michael Preetz stärkte dem Coach demonstrativ den Rücken: "Man muss auch die erfolgreiche Arbeit in den vergangenen zwei Jahren sehen. Wir sind überzeugt, dass er der richtige Trainer für Hertha ist."

    Allerdings fügte der Ex-Profi mit Blick auf die Trainerfrage einschränkend an: "Natürlich muss man sich in solchen Situationen mit einer solchen Frage beschäftigen."


    Friedrich entschuldigt sich

    Kapitän Arne Friedrich entschuldigte sich nach dem indiskutablen Auftritt bei den Fans, die trotz der Blamage nicht pfiffen und auch nicht den Rauswurf des Trainers forderten. (DIASHOW: Bilder des 6. Spieltags)

    "Ich kann mich nur für meine Leistung und die der Mannschaft entschuldigen", sagte der Nationalspieler und gab zu: "Wir stecken im Abstiegskampf."

    Auf Platz 18 hatte Hertha, im Vorjahr noch Titel-Aspirant, zuletzt vor fünfeinhalb Jahren gestanden.


    Düstere Aussichten

    Fraglich bleibt, wie lange beim Hauptstadtklub, der die Abgänge von Andrej Voronin, Marko Pantelic und Josip Simunic bisher offensichtlich nicht kompensieren konnte, noch Ruhe herrscht.

    Am Mittwoch treten die Berliner in der zweiten Runde im DFB-Pokal bei Zweitligist 1860 München an.

    Sollte es dann erneut eine Niederlage setzen, dann dürfte der Wind zunehmend rauer ins Gesicht von Favre blasen.

    Zumal die anstehenden Aufgaben in der Liga in Hoffenheim und zu Hause gegen den Hamburger SV alles andere als Selbstläufer werden dürften.

  • JimdoPro
    #12

    sunshineavenue (Freitag, 02 Oktober 2009 09:20)

    Nach 70 Minuten gingen die Hertha Fans.....

    Klappen wir die Vereinsbrille mal zu. Schauen wir mal objektiv auf den Hauptstadtclub. Vor zwei bis drei Jahren hieß es, Hertha hat die beste Jugenarbeit, landesweit. Viele Nationalspieler in den jeweiligen Altersklassen. Die Zukunft sah rosig aus. Wenn man sich jetzt die Aufgebote der Nationalmannschaften anschaut, kaum noch ein Berliner. Was ist da passiert?

    Anderer Punkt. Schalke 04 siegte im Derby bei Borussia Dortmund, einem Hexenkassel wie bekannt. 6 Spieler in der Startaufstellung waren zwischen 18 und 21 Jahre alt!

    In der zweiten Bundesliga glänzen die Ex-Herthaner Rodnai und Tarore, erstgenannter wurde ausgliehen, Woche für Woche. Für Hertha waren sie zu schlecht!

    85% der Saison entscheiden die Transfers, die man tätigt, so Favre. 2009/2010 ist man zu 85% abgestiegen, die Transfers waren miserabel. Auch Timo Ochs, ohne über den armen Kerl zu riechten, war ein Notkauf und eigentlich völlig überflüssig. Die treusten der Treuen hielten der mannschaft im Heimspiel gegen Freiburg den Rückenfrei, feuerten das Team, obwohl völlig desolat, bis zum Schluß an. Dieser Rückhalt dauerte nur 90 Minuten. Bei der TSG Hoffenheim war damit Schluß. Im Gästeblock gab es das erste Favre raus Plakat und nach 70 Minuten verließen sie geschlossen das Stadion! Der Block war leer!!!

    Bis Sonntag 17.29 Uhr war ich der Meinung, eine Trainerentlassung wäre falsch, laßt Lucien Favre mal arbeiten, der wird das schon packen. Einerseits sehe ich es immer noch so, vor allem weil ein Rausschmieß über eine Mio Euro kosten würde, anderseits glaube ich, wenn Favre am Sonntag noch auf der bank sitzt, wird das für ihn und das Team die Hölle, wenn der Tabellenführer zum letzten kommt.

  • JimdoPro
    #13

    sunshineavenue (Freitag, 02 Oktober 2009 09:21)

    BZ (Montag, 28 September 2009 08:48)
    Kommentar entfernen
    Sicher? Ja / Nein


    Pleiten-Hertha
    Lucien Favre ist am Ende
    27. September 2009 23.22 Uhr, Carsten Priefer
    Hertha geht 1:5 in Hoffenheim unter. Krisensitzung direkt nach dem Spiel. Fans fordern den Rauswurf.
    Bei dieser Hertha geht gar nichts mehr!

    Berlin geht in Hoffenheim 1:5 unter, stürzt immer tiefer in die Krise. Beim Dorf-Klub leisteten die Versager-Profis von Trainer Lucien Favre (51) keine Gegenwehr, nichts funktionierte. Die sechste Niederlage in Folge war ein sportlicher Offenbarungseid. Jetzt ist Favre am Ende, steht kurz vor dem Aus!
    Favre reiste mit seiner Mannschaft schon Freitag ins Trainingslager, einen Tag früher als gewöhnlich. Mit Timo Ochs (27) sollte ein neuer Torwart der Abwehr Stabilität geben. Das klappte nur 44 Sekunden.

    Vedad Ibisevic zerlegt die Hertha-Abwehr mit einem Blitz-Hattrick im Alleingang. Der Bosnier schenkt Ochs in 21 Minuten drei Tore (1., 4., 21.) ein. Das Freistoß-Tor durch Raffael (1:3, 45+1.) weckt nur kurze Hoffnung. Obasi (58.) und Eduardo (62., Foulelfmeter) machen das Hertha-Desaster perfekt.

    Platz 18! 17 Gegentore und keine Besserung in Sicht. Manager Michael Preetz gehen die Argumente für Favre aus.

    Freitagabend sprachen die beiden gemeinsam mit einem Mental-Trainer. In der „Paar-Therapie“ sollten sie lernen, wie sie mit der Krise umgehen sollen. Nach der bösen Klatsche in Hoffenheim kann es für Favre und Preetz vom Mental-Coach zum Scheidungs-Anwalt gehen.

    In der zweiten Halbzeit forderten die Fans per Plakat erstmals den Rauswurf des Schweizers.

    Von den Spielern gab es keine Reaktion. Während Favre zur offiziellen Pressekonferenz schlich, telefonierte Preetz alleine in der Umkleide. Der Manager-Neuling holte sich wohl Rat von Präsident Werner Gegenbauer (58), der das Debakel in seinem Schweiz-Urlaub erlebte. Und auch zu einem möglichen Favre-Nachfolger soll Preetz schon Kontakt aufgenommen haben. Nach B.Z.-Informationen telefonierte der Manager schon mit seinem Kumpel und Ex-Herthaner Jolly Sverrisson (41). Der Isländer arbeitet zurzeit als U21-Trainer seines Landes.

    Favre: „Ich kann nichts sagen, muss erst alles analysieren. Aber ein Rücktritt ist kein Thema für mich.“ Preetz: „Wir haben weiter das volle Vertrauen in den Trainer, aber man muss auch sehen, dass all die letzten Maßnahmen, die wir ergriffen haben, nicht auf fruchtbaren Boden gefallen sind.“

    Damit rückt Preetz erstmals von Favre ab. Der Trainer ist am Ende!

  • JimdoPro
    #14

    sunshineavenue (Freitag, 02 Oktober 2009 09:22)

    Tagessiegel (Montag, 28 September 2009 08:54)
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    Sicher? Ja / Nein

    Hertha desolat wie die SPD
    Der Tabellenletzte Hertha BSC geht auch in Hoffenheim unter - nach dem 1:5 droht tatsächlich der Abstieg in die Zweite Liga. "Die Analyse dieses Spiel ist schnell gemacht", sagt Herthas Trainer Lucien Favre.
    Die SPD der Fußball-Bundesliga trug schwarze Trikots mit passenderweise roten Streifen, sie kam aus Berlin und war so hoffnungslos unterlegen, dass sich der gegnerische Anhang alle Schadenfreude verkniff. Ein paar Sekunden überlegten die Hoffenheimer Zuschauer, ob sie sich lustig machen sollten über den armen Gast. „Zweite Liga, Hertha ist da bei“, riefen ein paar, andere sangen „Schießbude Hertha“, aber irgendwie hatten sie nicht den rechten Spaß daran. Hertha BSC war einfach nicht satisfaktionsfähig an diesem siebten Spieltag. Mit dem 1:5 (1:3) bei 1899 Hoffenheim bauten die Berliner ihre Serie auf nun sechs Niederlagen hintereinander aus und verteidigten heldenhaft den letzten Tabellenplatz. Am Donnerstag tritt Hertha in der Europa League bei Sporting Lissabon an, drei Tage später kommt Spitzenreiter Hamburger SV ins Olympiastadion.

    Herzlich willkommen im Abstiegskampf!

    Geschlossenheit zeigten die Herren Fußballprofis am Sonntag nur, als aus der Kabine Richtung Mannschaftsbus trabten und jeden Kommentar verweigerten. Stellvertretend für alle sagte Kapitän Arne Friedrich, dass es nichts zu sagen gebe. „Die Analyse dieses Spiel ist schnell gemacht“, sagte Herthas Trainer Lucien Favre und dass er sich deswegen nicht äußern wolle, bevor er die grausamen 90 Minuten noch einmal auf DVD verfolgt habe. Es dürfte eine peinigende Nachtsitzung gewesen sein für den Schweizer, der bekannt ist für seinen Hang zum Perfektionismus. Hertha aber spielt in diesen Wochen am anderen Ende der Skala. Wird das Konsequenzen haben für Favre? „Niemand ist zufrieden mit der augenblicklichen Situation“, sagte der Trainer, aber er spüre noch das Vertrauen der Klubführung und denke nicht an einen Rücktritt. Selten hat man ihn so irritiert und angeschlagen gesehen wie am Sonntag in Sinsheim.

    Hoffenheims Stürmer Ibisevic trifft schon nach 45 Sekunden

    40 Minuten lang saßen Trainer und Spieler nach dem Schlusspfiff in der Kabine. Was da beredet wurde? „Nichts“, sagte Favre. Das gegenseitige Anschweigen war eine durchaus logische Konsequenz. Wie soll man auch erklären, was sich da vor 29 600 Zuschauern auf dem Rasen der Sinsheimer Arena abgespielt hatte? Das Spiel war schon entschieden, bevor es so richtig begonnen hatte. Gleich ihren ersten Angriff verwerteten die Hoffenheimer zum Führungstor. Vedad Ibisevic erzielte es nach exakt 44 Sekunden. Der Bosnier stand als Exekutor am Ende einer atemberaubenden Ball-Stafette über Sejad Salihovic und Chinedu Obasi. So viel zur positiven Auslegung, bei der allerdings nicht vergessen werden darf, dass die Berliner Innenverteidigung mit Arne Friedrich und Rasmus Bengtsson allenfalls physisch anwesend war. Genauso sah es zwei Minuten 2:0 aus. Nach Carlos Eduardos Eckball schaute Friedrich andächtig zu, wie Ibisevic neben ihm hochstieg und den Ball mit der Stirn ins Tor drückte. Nach dreieinhalb lag Hertha 0:2 zurück, ohne dass Timo Ochs, der aus der Arbeitslosigkeit verpflichtete Torhüter, auch nur einmal den Ball berührt hatte.

    In diesem Stakkato ging es weiter. Es spielten nur die Hoffenheimer, die den Nachmittag zu einem großartigen Erlebnis für ihren Mittelstürmer Ibisevic gemacht hatte. 18 Tore hatte dieser in der Hinrunde der vergangenen Saison erzielt, ein Kreuzband riss schloss aus ihn vom Mitwirken in der Rückrunde. Jetzt ist er wieder da, aber es bedurfte schon eines so verständnisvollen Gegners wie Hertha BSC, den Torjäger in ihm zu neuem Leben zu erwecken. Das 3:0 in der 21. Minute war sein drittes Saisontor und es entsprang dem schönsten Zug des gesamten Spiels. Scharf und präzise schlug Carlos Eduardo den Ball vom rechten auf den linken Flügel, Salihovic spielte direkte zurück nach rechts zu Andreas Beck, dessen Flanke Ibisevic mit dem Kopf verwandelte.

    Dieses Tor spiegelte wie kein anderes die Kräfteverhältnisse auf dem Platz wieder. Hoffenheim spielte technisch, läuferisch und gedanklich eine Liga höher als Hertha, mindestens.

  • JimdoPro
    #15

    sunshineavenue (Freitag, 02 Oktober 2009 09:22)

    Kicker Sportmagazin (Montag, 28 September 2009 08:56)
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    Sicher? Ja / Nein

    Was passiert mit Favre? Preetz ohne Antwort

    Herthas Situation war schon vor dem Spiel in Hoffenheim nicht entspannt. Fünf Liga-Pleiten in Folge, Pokal-Aus bei 1860 und in der Europa League das mäßige 1:1 gegen Ventspils. Deswegen reiste der Berliner Tross schon freitags Richtung Hoffenheim, nahm einen Psychologen zur Hilfe, doch heraus kam eine 1:5-Klatsche, die Trainer Lucien Favre völlig sprachlos zurückließ. Manager Michael Preetz war ebenso geschockt und mahnte dringenden Gesprächsbedarf an.
    Auf der offiziellen Pressekonferenz wollte Trainer Lucien Favre auf die Fragen der Medienvertreter nicht antworten. "Ich habe nach diesem Spiel nichts zu sagen - kein Kommentar", so der Schweizer, der zumindest durchblicken ließ, dass mit der aktuellen Situation keiner zufrieden sei. Auch im Interview beim Bezahlsender Sky gab sich der 51-jährige Coach äußerst wortkarg. "Das ist klar", sagte Favre auf die Frage, ob er Ideen habe, wie er die Mannschaft wieder nach vorne bringen könnte.

    Den Gedanken an einen Rücktritt, den Favre schon nach den vorangegangenen Niederlagen kategorisch ausschloss, hatte er auch nach dem wahrlich desaströsen Auftritt bei der TSG nicht.
    Besonders die Anfangsphase machte die Berliner Verantwortlichen ratlos. "Wir haben sehr viel probiert, Impulse zu setzen, der Mannschaft Vertrauen und Sicherheit zu geben. Wir waren kaum auf dem Platz und sind dann 1:0 in Rückstand geraten. Da ist natürlich alles über den Haufen geworfen, was wir uns vorgenommen haben", sagte Manager Michael Preetz, der sich nach Spielschluss in der Umkleide lange besprach und telefonierte. Nach 44 Sekunden lag die Hertha zurück, "da hat sich die Spirale weitergedreht - leider in die falsche Richtung", so Preetz weiter.

    Dabei war dem Nachfolger des langjährigen Managers Dieter Hoeneß schon anzumerken, dass ihm der unerwartet schlechte Saisonstart und Platz 18 zusetzt. "Wir müssen jetzt alle an einen Tisch kommen und analysieren, wie wir herauskommen", so Preetz, der die Niederlage gegen Hoffenheim als "herben Rückschlag" bezeichnete.

    "Wir müssen an einen Tisch kommen, wir müssen analysieren, was in dieser Situation das Richtige ist, um uns aus dieser Misere zu befreien." Hertha-Manager Michael Preetz

    Bei der anstehenden Analyse wird es auch um die Rolle von Trainer Lucien Favre gehen. Einen Treueschwur wollte Preetz für Favre nicht abgeben, bat dafür jedoch um Verständnis, das er "dies nach diesem Spiel jetzt nicht tun" wolle. Preetz sagte: "Lucien Favre ist ein hervorragender Trainer. Wir müssen an einen Tisch kommen, wir müssen analysieren, was in dieser Situation das Richtige ist, um uns aus dieser Misere zu befreien."

  • JimdoPro
    #16

    sunshineavenue (Freitag, 02 Oktober 2009 09:23)

    Berliner Kurier (Dienstag, 29 September 2009 10:03)
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    Sicher? Ja / Nein

    Von Andreas Lorenz

    Der folgende Satz erklärt Hertha, obwohl er über 15 Jahre alt ist. 1993 sagte Frank „Wuschi“ Rohde: „Es ist völlig egal, welchen Retter Hertha jetzt holt. Viel wichtiger ist die Frage: Wer rettet Hertha vor sich selbst?“ Rohde, ein Klassefußballer und Ehrgeizbolzen, hielt den BFC Dynamo, die DDR-Auswahl und den HSV stabil. Mit Hertha erreichte er nichts. Weil man mit dieser Hertha in diesem Berlin nichts erreichen kann. Was Wuschi damals nach einer Trainerentlassung in Liga 2 sagen wollte, ist heute aktueller denn je. Hertha wird einen Feuerwehrmann verpflichten, der die Saison retten soll. Ich halte Hans Meyer für die Idealbesetzung, wenn der geniale Trainerkauz denn noch mal ran will. Weil Meyer niemandem etwas schuldet und seine Linie knallhart durchziehen kann. Aber danach beginnt das altbekannte Hertha-Spiel. Diese Stadt, wir alle, wollen Erfolge. Und zwar jetzt! Berlin stellt seiner Hertha in jedem verdammten Jahr die Meisterfrage. Und Hertha fragt, mal leise, mal lauter, in jedem Jahr zurück: Wer soll das bezahlen? Immer dann, wenn es nach oben geht, werden Begehrlichkeiten geweckt, die nicht zu befriedigen sind. Favres vierter Platz war quasi sein Untergang. Der beste Trainer, den Hertha finden könnte, wäre einer, der sagt: Ich will 3, 4 oder 5 Jahre einfach nur den Klassenerhalt schaffen. Aber er würde direkt nach dieser Aussage gefeuert werden.
    Berliner Kurier, 29.09.2009

  • JimdoPro
    #17

    sunshineavenue (Freitag, 02 Oktober 2009 09:23)

    Berliner Kurier (Dienstag, 29 September 2009 10:04)
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    Sicher? Ja / Nein

    Favre küsste Hertha und Berlin wach
    Danke, Lulu, für die tollen Tage!
    Der Schweizer schürte das Titelfeuer und ließ die blau-weißen Fans träumen
    Berlin - Was haben wir gejubelt im Frühjahr 2009. Ganz Deutschland staunte über die ganzseitige KURIER-Bundesligatabelle mit Hertha an der Spitze. Wir träumten vom blau-weißen Sommermärchen. Danke, Lulu, für die tollen Tage!

    Hey, das geht ab, wir holen die Meisterschaft! Das war der Sommerhit im Olympiastadion, inbrünstig gesungen von 70 000 Fans. Selbst Kids in der Kita summten diesen Song. Es war die Botschaft der Anhänger und einer ganzen Region an eine Mannschaft und ihren Macher. Es war das Liebesbekenntnis an einen Mann, der Hertha wachküsste, an Lucien Favre.

    Einen Wahnsinns-Sieg gegen die Bayern schenkte er uns. Dieses 2:1 öffnete die Herzen der Fans. Sie entdeckten ihre wunderbare Liebe zu Lulu und seinen Spielern. Sie fühlten sich in der ersten Reihe des deutschen Fußballs, mindestens auf Augenhöhe mit Bayern, Bremen und dem HSV, mit Dortmund, Stuttgart und Leverkusen sowieso.

    Herr Favre, Sie machten Hertha BSC zu einer der besten Adressen in der Bundesliga. Alle sprachen voller Ehrfurcht und vollster Bewunderung vom Wunder von Berlin. Ein Hertha-Fan musste sich nicht mehr verstecken, er durfte sich voller Stolz zeigen und wurde von den Gegnern bewundert.

    Lulu mobilisierte eine ganze Stadt. Wer zu spät zum Vorverkauf für ein Heimspiel kam, den bestrafte ein ausverkauftes Olympiastadion. Fünf Mal grüßte Hertha die Konkurrenz von der Spitze. Bis zwei Runden vor Saisonende und dem unglücklichen 0:0 gegen Schalke währte der Traum vom Titel.

    Er lebt nur noch in der Erinnerung. Trotzdem, Lulu, merci beaucoup für die durchfeierten Nächte nach grandiosen Siegen. Ganz herzlichen Dank für die tollen Tage.

  • JimdoPro
    #18

    sunshineavenue (Freitag, 02 Oktober 2009 09:26)

    Für unsere verwaiste Trainerbank im Berliner Olympiastadion suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen FUSSBALLLEHRER (m/w) mit guten Kontakten zu günstigen bzw. kostenlosen Spielern.

    Sie haben eine erfolgreich abgeschlossene Trainerausbildung? Sie haben gute bis sehr gute Kenntnisse im Umgang mit nachtaktiven Fußballprofis? Sie sind nicht Lothar Matthäus? Sie sprechen neben Schweizerdeutsch mindestens zwei weitere Fremdsprachen? Sie sind nicht polyvalent? Sie wollen ganz nach oben? (oder wenigstens von ganz unten nach nicht mehr ganz so weit unten?) Dann bewerben Sie sich jetzt!

    Wir von Hertha BSC, ein ambitionierter Fußballklub, wie es in diesem Land derzeit höchstens siebzehn bessere gibt, genießen einen ausgezeichneten Ruf als langfristig-strategisch geführtes Sportunternehmen (so lange man im eigenen Fanblock fragt). Durch die Implementierung nachhaltiger Geldvernichtungsmodule hat sich unser Traditionsunternehmen in den zurückliegenden Jahren einen strukturellen Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz erarbeitet, an den der spannendste Teil Ihres neuen Aufgabengebietes unmittelbar anknüpfen wird.

    Die Hertha BSC GmbH & Co. KG aA blickt auf eine bewegte Firmengeschichte zurück. Im zurückliegenden Quartal konnten wir erstmals die Marktführerschaft in Deutschland übernehmen, wenn auch nur für wenige Wochen. Zugegeben, derzeit durchlaufen wir eine kleinere Schwächephase, die mit Ihrem Arbeitseifer allerdings spätestens nach der Länderspielpause Mitte Oktober überwunden sein soll. Im Coaching-Sektor unseres Unternehmens haben Sie es in der Hand, zeitnah innovative Lösungsbausteine im Abstiegskampf zu entwickeln. Gemeinsam mit über elf Kollegen arbeiten Sie an einem langfristigen Wartungsauftrag (LWA), der die Veredelung der gesamten Wertschöpfungskette vom Abschlag bis zum Torabschluss beinhaltet. Ihr neues Aufgabengebiet auf der Trainerbank umfasst vor allem die Bereiche Supply Vierer-Chain Management (SVCM) sowie die Umsetzung erfolgreicher Logistikprozesse an der Schnittstelle zwischen Abwehr und Angriff (LSAA).

    Nach 13 monarchistisch organisierten Jahren setzen wir bei Hertha BSC inzwischen auch auf der höheren Managementebene auf flache Hierarchien und jugendliche Unbekümmertheit. Ihre aktive Beteiligung - beispielsweise hinsichtlich von Kundenbindungsmaßnahmen im Bereich Treptow-Köpenick - ist ausdrücklich erwünscht.

    Ihre neue Führungsposition beinhaltet ein hohes Maß an Gestaltungsspielraum zwischen den Ansprüchen des Vereins und dem derzeitigen Tabellenstand. Sie sollten daher belastbar, teamfähig und flexibel einsetzbar sein - auch am Wochenende. Wir bieten Ihnen dafür nicht nur Arbeit, sondern auch jede Menge schlaflose Nächte.

    Bitte senden Sie ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an: Hertha BSC GmbH & Co. KG aA, z.Hd. Herrn Preetz, Hanns-Braun-Straße, Friesenhaus 2, 14053 Berlin.


    Berliner Zeitung vom heutigen, Tage Artikel von: Boris Herrmann

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